Was gehört auf die Hochzeitseinladung?
Die kurze Antwort
Wer einlädt, wer eingeladen ist, Datum, Uhrzeit, beide Orte mit Adresse, der grobe Ablauf, die Frist für die Rückmeldung und ein Kontakt für den Notfall. Alles Weitere ist optional – jede fehlende Angabe wird eine Rückfrage.
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Die Faustregel dahinter
Eure Gäste planen aus dieser Karte einen ganzen Tag: Sie buchen ein Hotel, bestellen ein Taxi, suchen ein Kleid, organisieren eine Betreuung für die Kinder. Jede Angabe, die fehlt, wird zu einer Frage – und weil alle dieselbe Karte lesen, wird es dieselbe Frage dreißigmal.
Die elf Angaben
1. Wer einlädt
Eure Namen. Traditionell laden die Eltern ein („Herr und Frau Müller laden ein zur Vermählung ihrer Tochter“); heute steht in den meisten Fällen einfach das Paar darüber, und niemand nimmt daran Anstoß.
2. Wer eingeladen ist
Namentlich, nicht als „Familie“. Genau hier entstehen die Missverständnisse über Kinder und Begleitungen – und die klären sich am elegantesten über die Anrede und einen Satz zu den Plätzen:
Für euch beide ist gedeckt.
3. Das Datum, ausgeschrieben
Samstag, 12. Juni 2027
Der Wochentag gehört dazu. Er verhindert den Fehler, den jeder schon gemacht hat: das falsche Wochenende im Kalender zu blockieren.
4. Die Uhrzeit – und zwar die richtige
Nicht „ab 14 Uhr“, sondern wann was anfängt. Wer um 14 Uhr zur Trauung kommen soll, aber liest „Feier ab 14 Uhr“, steht möglicherweise zur falschen Zeit am falschen Ort.
Trauung 14:00 Uhr · Sektempfang ab 15:00 Uhr · Abendessen 18:30 Uhr
5. Beide Orte, mit vollständiger Adresse
Trauung und Feier, auch wenn sie am selben Ort stattfinden. Und mit Straße und Hausnummer – „Gut Rosenau“ findet ein Navigationsgerät nicht zuverlässig.
6. Die Zeit dazwischen
Wenn zwischen Trauung und Feier zwei Stunden liegen, schreibt hin, was in dieser Zeit passiert. Sonst stehen dreißig Menschen auf einem Parkplatz und fragen sich, ob sie ins Hotel zurückfahren sollen.
7. Der Ablauf in groben Zügen
Wann Trauung, wann Sektempfang, wann Essen. Wer weiß, dass es um 18:30 Uhr Essen gibt, isst vorher nicht – und das erspart euch am Abend ein Buffet, das kaum jemand anrührt.
8. Bis wann ihr eine Antwort braucht
Mit Datum. Eine Frist ohne Datum ist keine Frist.
Sagt uns bitte bis zum 1. Mai Bescheid, ob ihr dabei seid.
Vier bis sechs Wochen vor der Hochzeit ist der übliche Termin – so bleibt Zeit für Caterer und Sitzplan.
9. Wie geantwortet wird
Der häufigste blinde Fleck. „Um Antwort wird gebeten“ ist keine Anleitung. Schreibt hin, wohin die Antwort geht: ein Link, eine Nummer, eine Adresse. Sonst kommen die Antworten über vier Kanäle gleichzeitig – und die Hälfte davon über Dritte.
10. Was zum Thema Geschenke gilt
Nur wenn ihr etwas dazu sagen wollt. Ein Satz genügt, und er darf auch lauten, dass ihr euch über nichts freut außer über ihr Kommen.
Das schönste Geschenk ist, dass ihr da seid. Wer uns trotzdem etwas mitgeben möchte: Wir sparen auf unsere Hochzeitsreise.
11. Wer im Notfall erreichbar ist
Ein Name und eine Nummer – gern die von Trauzeugin oder Trauzeuge statt eurer eigenen. Am Hochzeitsmorgen wollt ihr keine Anrufe von Gästen annehmen, die im Stau stehen.
Fünf Dinge, die ihr weglassen könnt
- Der Sitzplan. Kommt später, und ihr wisst ihn noch gar nicht.
- Das Menü im Detail. Fragt lieber nach Unverträglichkeiten, statt die Speisenfolge abzudrucken.
- Die Namen aller Trauzeugen. Interessiert außer euch niemanden auf der Einladung.
- Ein Gedicht über die Liebe. Wenn es nicht von euch ist, merkt man es.
- „Wir freuen uns auf euch“ in drei Varianten. Einmal genügt.
Der Dresscode: nur wenn ihr einen meint
Ein Wort reicht – „festlich“, „sommerlich, gern bunt“, „Anzug und Kleid“. Wer keinen nennt, bekommt alles zwischen Smoking und Jeans; auch das ist eine Entscheidung, aber es sollte eine sein.
Vorsicht mit englischen Begriffen. „Black Tie“ heißt Smoking, nicht „dunkler Anzug“. Wer das schreibt, ohne es zu meinen, hat Gäste im Mietsmoking neben Gästen in Jeans.
Die drei häufigsten Lücken
- Keine Anfahrt, kein Parkhinweis. Bei einer Location außerhalb ist das die erste Rückfrage.
- Kein Hinweis auf Übernachtung. Wer weit anreist, will wissen, ob ihr ein Zimmerkontingent habt – und bis wann es gilt.
- Kein Wort zum Ende. „Offenes Ende“ ist eine Angabe. Wer sie nicht macht, bekommt Gäste, die um 22 Uhr ihr Taxi bestellt haben.
Was eine Karte nicht leisten kann – und ein Link schon
Eine gedruckte Karte hat begrenzt Platz und ist nach dem Druck fertig. Beides führt dazu, dass Angaben fehlen, die später doch gebraucht werden.
Liegt die Einladung unter einem Link, hängen die Nebensachen nicht mehr am Platz auf dem Papier: Anfahrt, Hotelkontingent, Ablauf, alles kann dort stehen. Und wenn sich die Uhrzeit noch einmal verschiebt, ändert ihr sie einmal – statt dreißig Menschen zu schreiben, dass auf der Karte in ihrer Hand etwas Falsches steht.